Kleider machen nicht nur Leute

Dresden Magazin

...sondern prägen ganze Dynastien

Seit jeher haben Dresdner ein Gespür für große Auftritte und die Wirkung perfekter Roben. Heutzutage dank junger Designer auch für Nicht-Fürsten möglich! Eine Stilzeitreise.

Um die Ecke in der Rähnitzgasse betreibt Dorothea Michalk ihr gleichnamiges Label. Die gebürtige Bautzenerin hat sich auf (Fest-)Kleider spezialisiert und ist so etwas wie die Hofschneiderin der Dresdner Gesellschaft. Regelmäßig zum SemperOpernball näht sie mit ihren beiden Angestellten die Nächte durch, alle Roben sind handmade in Dresden, die von der Großmutter geerbte Nähmaschine der DDR-Marke Textima rattert dann Überstunden in Michalks offenem Atelier. Ideen für ihre Entwürfe findet sie in der Natur und auf Reisen. Oft sind es die Materialien — hauchzarte Chiffons oder filigrane Spitze — die in ihrem Kopf Schnitte und Designs entstehen lassen. Die kostbaren Stoffe entdeckt sie überall in Europa.

Ihre teuerste Seide kommt aus England: Das britische Traditionsunternehmen James Hare stattet auch das dortige Königshaus aus. Bezahlt wird pro Gramm! Eine Preisbildung, die den Kurfürsten wahrscheinlich ebenfalls geläufig war. Schließlich durchwirken ihre Edelroben echte Goldfäden.